Die kurze Antwort
Bei vielen Kassa-CFDs entstehen Finanzierungskosten, wenn deine Position über die tägliche Abrechnungszeit hinaus offen bleibt. Entscheidend sind der Positionswert und die Produktbedingungen. Eine kleine Margin bedeutet deshalb nicht automatisch kleine Übernachtkosten.
- Finanzierungstage zählen, nicht nur Handelstage.
- Positionswert und Margin unterscheiden.
- Long und Short können unterschiedliche Raten haben.
- Spread, Finanzierung und Rollover getrennt lesen.
Warum kostet das Offenhalten einer Position Geld?
Bei einem CFD zahlst du nicht einfach den vollen Kaufpreis einer Aktie oder eines Indexkorbs. Du hinterlegst eine Margin, also eine Sicherheitsleistung, und erhältst ein größeres wirtschaftliches Marktengagement. Bei vielen Kassa-CFDs berücksichtigt der Anbieter die Finanzierung dieses Engagements über eine tägliche Anpassung.
Die Berechnung kann einen Referenzzins und einen Anbieteraufschlag enthalten. Bei Währungen spielen außerdem die Zinsen beider Währungen und deren kurzfristige Abwicklung eine Rolle. Das erklärt, warum ein Satz für Long und ein anderer für Short ausgewiesen werden kann.
Ein Futures-CFD, ein Kassa-CFD und ein Options-CFD können unterschiedliche Kostenstrukturen haben. Der folgende Rechner zeigt eine einfache Finanzierungsannahme für ein konstantes Marktengagement. Er ist keine universelle Gebührenformel für alle Produkte.
Was kosten ein Tag, eine Woche und ein Monat?
Unsere Annahmen: 10.000 € unveränderter Positionswert, ein angenommener Gesamtsatz von 7,3 % pro Jahr, 365-Tage-Basis und eine Belastung für jeden Finanzierungstag. Kurse, Satz und Position verändern sich nicht. Spread, Provision, Leihkosten und Währungsumrechnung sind nicht enthalten.
| Zeitraum | Rechnung | Finanzierungskosten |
|---|---|---|
| 1 Finanzierungstag | 10.000 € × 0,073 ÷ 365 | 2,00 € |
| 1 Woche / 7 Finanzierungstage | 10.000 € × 0,073 × 7 ÷ 365 | 14,00 € |
| Modellmonat / 30 Finanzierungstage | 10.000 € × 0,073 × 30 ÷ 365 | 60,00 € |
Ändere die Annahmen und vergleiche die Kosten
Hypothetisches Rechenmodell für eine Belastung. Kein aktueller Brokersatz, keine Empfehlung und keine Prognose.
Gesamtes Marktengagement, nicht nur hinterlegte Margin.
Rechnung: 10.000,00 € × 7,3 % × Finanzierungstage ÷ 365. Positionswert und Satz bleiben im Modell konstant. Wochenendtage sind bereits in 7 beziehungsweise 30 Tagen enthalten; nicht nochmals dreifach addieren. Die Beträge werden erst am Ende gerundet.
Bei konstantem Satz wachsen die Kosten in diesem Modell mit Positionswert und Finanzierungstagen. In der Realität können sich Referenzzins, Aufschlag, Kurs und Position ändern. Dann musst du die einzelnen täglichen Beträge addieren. Ein „Monat“ hat außerdem nicht immer 30 Tage.
Die Aussage „2 € pro Nacht“ ist hier eine Modellzahl. Sie wird nicht aus dem Satz eines bestimmten Brokers abgeleitet. Der Wechsel von 365 auf 360 Tage im Rechner zeigt, warum selbst der Divisor geprüft werden muss.
Wann wird die Anpassung gebucht – auch am Wochenende?
Maßgeblich ist die Abrechnungsgrenze des Produkts. „Über Nacht“ bedeutet nicht zwingend, dass du 24 Stunden gehalten hast. Eine kurz vor der Grenze eröffnete Position kann eine Anpassung auslösen; eine vorher geschlossene Position kann sie vermeiden, sofern die Produktbedingungen das so vorsehen.
Anbieter verwenden unterschiedliche Abrechnungszeiten. Prüfe die Grenze, Zeitzone und Behandlung der Sommerzeit direkt beim konkreten Instrument in der Plattform, statt eine Uhrzeit auf alle CFDs zu übertragen.
Für das genannte Libertex-Beispiel findest du weiteren Kontext auf unserer Libertex-Brokerseite. Die aktuelle Swap-Zeit und der Satz gehören zur jeweiligen Instrumentenspezifikation.
Feiertage und unterschiedliche Abwicklungskalender können die Bündelung verändern. Vergleiche deshalb die tatsächlichen Buchungen und ihre abgedeckten Tage, statt allein die Zahl der Kontotransaktionen zu zählen.
Swap, Overnight und Rollover sind nicht immer dieselbe Gebühr
| Begriff | Was du prüfen solltest |
|---|---|
| Overnight-Finanzierung / Holding Cost | Kosten oder Anpassung für die offene Position über die tägliche Abrechnungsgrenze. |
| Swap / Rollover-Gebühr | Häufig die tägliche Zinsanpassung, besonders bei FX. Vorzeichen und Einheit sind wichtig. |
| Kontrakt-Rollover | Wechsel von einem auslaufenden Futures-Kontrakt auf einen späteren. Kann Preis- und Gebührenanpassungen auslösen; nicht automatisch dieselbe Overnight-Gebühr. |
| Spread / Provision | Kosten des Handels beziehungsweise der Order. Sie fallen nicht allein durch eine weitere Nacht an. |
| Leihgebühr | Mögliche Zusatzkosten etwa bei Short-Aktien-CFDs; getrennt vom Finanzierungssatz prüfen. |
Eine Short-Position ist kein sicherer Zinsverdienst. Anbieteraufschläge oder Leihkosten können eine mögliche Zinsgutschrift reduzieren oder übersteigen. Manche Raten werden in Prozent, andere in Punkten oder Geld pro Lot angezeigt. Lies deshalb auch die Einheit.
Bei Rohstoff-Kassa-CFDs kann eine Anpassung zusätzlich die Bewegung entlang der Futures-Kurve ausgleichen. Nicht jede Belastung ist dann einfach „Kreditbetrag × Jahreszins“. Der Broker muss die passende Produktformel bereitstellen.
Fünf Dinge vor einer längeren Haltedauer prüfen
- Produktstruktur: Kassa, Future oder anderer Bezug?
- Berechnungsgröße: Positionswert, Stückzahl oder Lots – und welche Währung?
- Rate: Long/Short, Vorzeichen, Einheit, Referenzzins und Anbieteraufschlag.
- Zeit: Abrechnungsgrenze, Zeitzone und gebündelte Wochenend-/Feiertagstage.
- Gesamtergebnis: Kursgewinn oder -verlust plus Finanzierung, Spread und weitere Kosten.
Eine Position kann im Kurs gewinnen und nach Kosten trotzdem weniger einbringen als die reine Kursanzeige vermuten lässt. Vergleiche das vollständige Ergebnis im Auszug. Für einen speziellen Produkttyp findest du die gesonderte Einordnung im Artikel zu Options-CFDs bei Libertex.
Glossar
- Margin
- Hinterlegte Sicherheitsleistung, nicht zwingend der gesamte Positionswert.
- Swap
- Produktabhängige tägliche Finanzierung oder Zinsanpassung einer offenen Position.
- Rollover
- Kann eine Finanzierungsgutschrift oder -belastung oder einen Kontraktwechsel bezeichnen; die Produktbedingungen klären die Bedeutung.
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Übe, warum eine kleine Margin ein größeres Marktengagement und entsprechend andere Kosten bedeuten kann.
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