Warnung

10 Häufigste Options-Trading Fehler

Über 75% der Optionshändler verlieren Geld - nicht weil Optionen von Natur aus riskant sind, sondern weil sie vermeidbare Fehler machen. Dieser Leitfaden zeigt die 10 häufigsten Fehler und wie Sie sie vermeiden.

1

Out-of-the-Money Optionen kaufen, weil sie "billig" sind

Das Problem:

Anfänger sehen eine OTM-Call für 50€ und denken: "Wenn die Aktie nur 10% steigt, mache ich riesige Gewinne!" Sie kaufen 10 Kontrakte für 500€, ohne zu realisieren, dass diese Optionen eine niedrige Gewinnwahrscheinlichkeit haben.

Warum es gefährlich ist:

  • OTM-Optionen haben keinen inneren Wert
  • Sie profitieren nur bei signifikanter Kursbewegung vor Verfall
  • Zeitverfall (Theta) wirkt exponentiell gegen Sie
  • IV-Crush kann Optionswert zerstören, selbst wenn Sie richtig liegen

Die Lösung:

Beginnen Sie mit At-the-Money (ATM) oder leicht In-the-Money (ITM) Optionen. Suchen Sie nach Delta >0.50 für Calls (>-0.50 für Puts). Akzeptieren Sie, mehr Prämie für höhere Wahrscheinlichkeit zu zahlen.

Beispiel:

120€ Call (weit OTM) für 0.50€ — braucht 20% Bewegung

100€ Call (ATM) für 5.00€ — braucht nur 5% Bewegung

2

Implizite Volatilität (IV) ignorieren

Das Problem:

Optionen kaufen, wenn IV extrem hoch ist, ohne zu realisieren, dass Sie aufgeblähte Prämien zahlen, die nach Events (Earnings, FDA-Zulassung) kollabieren werden.

Warum es gefährlich ist:

  • Hohe IV = teure Optionen
  • IV-Crush kann Gewinne auslöschen, selbst bei richtiger Richtung
  • Sie können direktional richtig liegen und trotzdem Geld verlieren

Die Lösung:

Prüfen Sie IV Rank oder IV Percentile vor dem Kauf. Vermeiden Sie Optionen-Kauf vor bekannten Events (Earnings). Erwägen Sie, Optionen bei hoher IV zu verkaufen, bei niedriger IV zu kaufen.

Beispiel:

Aktie bei 50€ vor Earnings, IV: 80% (sehr hoch). Sie kaufen 55€ Call für 2.00€. Aktie steigt auf 54€ (+8%!). IV fällt auf 30% nach Earnings. Ihr Call ist jetzt 1.20€ wert (40% Verlust).

3

Überhebeln des Kontos

Das Problem:

50-100% des Kontos in einen einzigen Optionen-Trade stecken, weil "Ich bin mir bei diesem Trade wirklich sicher."

Warum es gefährlich ist:

  • Ein schlechter Trade kann Ihr gesamtes Konto auslöschen
  • Optionen können auf Null fallen (im Gegensatz zu Aktien)
  • Emotionale Entscheidungsfindung steigt mit Positionsgröße
  • Kein Spielraum für Erholung

Die Lösung:

Risiko-Regel: Nie mehr als 1-2% des Kontos pro Trade riskieren. Positionsgröße: Limitieren Sie jede Position auf 5-10% des Gesamtkapitals. Stop-Loss: Setzen Sie maximale Verlusttoleranz (z.B. Exit bei -50% der Prämie).

4

Optionen bis zum Verfall halten

Das Problem:

"Ich warte einfach bis zum Verfall, um zu sehen, was passiert" oder "Vielleicht kommt es zurück."

Warum es gefährlich ist:

  • Zeitverfall beschleunigt sich in den letzten 30 Tagen
  • Theta kann 50%+ des Wertes in der letzten Woche erodieren
  • Wochenend-Risiko und Verfalls-Risiko
  • Binäres Ergebnis (alles oder nichts)

Die Lösung:

Gewinner früh beenden: Gewinne bei 50-75% des maximalen Gewinns mitnehmen. Verlierer schnell schneiden: Exit bei -50% oder wenn These invalidiert ist. Verfallswoche vermeiden: Positionen 7-14 Tage vor Verfall schließen.

5

Die Greeks nicht verstehen

Das Problem:

Eine Option kaufen, ohne Delta, Theta, Vega oder Gamma zu kennen. Blind traden.

Warum es gefährlich ist:

  • Sie wissen nicht, wie viel Sie verdienen, wenn sich die Aktie bewegt
  • Sie können täglichen Zeitverfall nicht vorhersagen
  • Sie sind sich des Volatilitätsrisikos nicht bewusst
  • Positionsmanagement wird unmöglich

Die Lösung:

Lernen Sie die wesentlichen Greeks: Delta (Preisänderung pro 1€ Aktienbewegung), Theta (Täglicher Zeitverfall), Vega (Änderung pro 1% IV-Bewegung), Gamma (Delta-Änderungsrate).

Häufig gestellte Fragen

Was ist der größte Fehler, den Anfänger beim Optionshandel machen?

Der größte Fehler ist Überhebeln — zu viel des Kontos in ein oder zwei Trades zu stecken. Optionen können auf Null fallen, und selbst erfahrene Trader haben Verlustserien. Riskieren Sie nie mehr als 1-2% Ihres Kontos in einem einzigen Trade.

Ist es besser, Optionen zu kaufen oder zu verkaufen?

Keines ist grundsätzlich besser — es hängt von den Marktbedingungen ab. Optionen kaufen (Long) funktioniert am besten, wenn IV niedrig ist und Sie eine signifikante Preisbewegung erwarten. Optionen verkaufen (Short) funktioniert am besten, wenn IV hoch ist und Sie erwarten, dass die Aktie range-bound bleibt.

Wie vermeide ich IV-Crush?

Prüfen Sie IV Rank vor dem Kauf von Optionen. Vermeiden Sie Optionen-Kauf direkt vor Earnings oder großen Events, wenn IV erhöht ist. Wenn Sie um Events herum traden müssen, erwägen Sie, Optionen zu verkaufen (hohe IV einsammeln) oder verwenden Sie weit datierte Optionen (90+ DTE), um IV-Einfluss zu minimieren.

Sollte ich Optionen bis zum Verfall halten?

Fast nie. Zeitverfall (Theta) beschleunigt sich dramatisch in den letzten 7-14 Tagen. Professionelle Trader schließen oder rollen Positionen typischerweise 2-4 Wochen vor Verfall. Wenn Sie einen Gewinn haben, nehmen Sie ihn früh — lassen Sie Theta nicht Ihre Gewinne erodieren.

Wie viel Geld brauche ich, um mit Optionshandel anzufangen?

Sie können technisch mit 500-1.000€ beginnen, aber 2.000-5.000€ ist realistischer für ordentliches Risikomanagement. Mit zu wenig Kapital sind Sie gezwungen, billige (riskante) OTM-Optionen zu traden oder zu viel pro Trade zu riskieren. Denken Sie an die 1-2% Risiko-Regel.

Bereit, intelligenter zu traden?

Nutzen Sie unsere professionellen Tools, um Trades vor dem Eingehen zu analysieren.