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markets31. Juli 20263 Min. Lesezeit

Die Angst ist weg — und das macht Profis nervös

Die Angst-Messung der Börse steht bei 17 — das letzte Mal im April. Danach fiel der S&P 500 um 8% in zwei Wochen. Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie reimt sich.

Daniel Berg
Daniel Berg·Chefredakteur

Ich war gestern Abend dabei, als mein Kumpel Kalle mir eine Nachricht geschrieben hat: "Daniel, alles grün, alles läuft — Zeit für mehr Risiko?" Ich hab ihm gesagt: Warte mal. Ich kenn das Gefühl. Ich war 2000 genau da.

Die Ruhe vor dem Sturm

Der VIX — die Angst-Messung der Börse — steht heute bei 17. Das ist der niedrigste Stand seit Mitte April. Und genau das macht die Profis nervös. Denn historisch passiert immer das Gleiche: Wenn die Angst verschwindet, kommt sie mit doppelter Wucht zurück.

Schau dir die Zahlen an: Im April lag der VIX bei 16. Zwei Wochen später: 8% Crash im S&P 500. Im Oktober 2021: VIX bei 15. Einen Monat später: 10% Korrektur. Die Börse funktioniert wie ein Pendel — wenn alle entspannt sind, baut sich im Hintergrund Spannung auf.

Was das für dich bedeutet

Wenn du heute 10.000 Euro im DAX oder S&P hast und die Angst so niedrig ist, heißt das nicht "alles verkaufen". Aber es heißt: überprüf deine Strategie. Hast du einen Notgroschen? Hast du Positionen, die du auch mit -20% im Minus aushalten kannst? Oder bist du wie mein Kumpel Kalle, der bei jedem 5%-Drop in Panik gerät?

Die Profis machen jetzt zwei Dinge: Sie sichern ihre Gewinne ab (kaufen Puts, also Versicherungen gegen Verluste) und sie lassen Cash auf der Seite. Sie sagen nicht "der Markt fällt morgen". Sie sagen: "Wenn er fällt, bin ich vorbereitet."

Wie Profis darauf reagieren

Was ich gerade sehe: Institutionelle Anleger kaufen massiv Schutz. Der Put/Call-Ratio — das Verhältnis von Wetten auf fallende vs. steigende Kurse — ist in den letzten zwei Wochen von 0,65 auf 0,82 gestiegen. Das heißt: Die großen Spieler wetten nicht darauf, dass es fällt. Aber sie sichern sich ab.

Anders gesagt: Sie spielen nicht gegen den Markt. Sie spielen gegen die Selbstgefälligkeit. Und genau das solltest du auch tun.

First Steps für Anfänger

Wenn du gerade erst anfängst: Der VIX ist dein Frühwarnsystem. Steht er unter 15, ist die Börse zu entspannt. Steht er über 25, ist Panik im Markt. Beide Extreme sind kurzfristige Chancen — aber nur, wenn du einen Plan hast.

Mein Plan? Ich halte mein langweiliges ETF-Depot. Ich hab meinen Notgroschen. Und ich weiß: Wenn der VIX morgen auf 25 springt, verkaufe ich nicht. Ich atme durch, lese meine alten Notizen von 2020, und erinnere mich: Panik ist eine Chance. Aber nur für die, die vorbereitet sind.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ein niedriger VIX?

Ein VIX unter 18 zeigt niedrige Angst im Markt. Historisch folgt darauf oft eine Korrektur von 5-10%, weil Investoren zu selbstgefällig werden und Risiken ignorieren.

Sollte ich bei niedrigem VIX verkaufen?

Nein. Ein niedriger VIX ist keine Verkaufssignal, sondern ein Warnsignal. Profis sichern in dieser Phase ihre Positionen ab (z.B. mit Puts) und halten Cash bereit, verkaufen aber nicht pauschal.

Was ist der Put/Call-Ratio?

Das Verhältnis von Wetten auf fallende (Put) vs. steigende (Call) Kurse. Ein Ratio über 0,80 bedeutet: Institutionelle Anleger kaufen mehr Absicherung — ein Zeichen für vorsichtige Positionierung.

Wichtige Options-Begriffe

Kurze Auffrischung der Begriffe, die in Options-Meldungen wie dieser immer wieder auftauchen.

Implizite Volatilität (IV)
Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Steigende IV verteuert Optionen, fallende IV verbilligt sie. IV-Guide
Die Greeks
Delta, Gamma, Theta und Vega messen, wie eine Option auf Kurs, Zeit und Volatilität reagiert. Greeks erklärt
Open Interest
Die Zahl der offenen Kontrakte. Hohes Open Interest an einem Strike markiert eine wichtige Preismarke. Optionskette lesen
Prämie
Der Preis einer Option. Verkäufer vereinnahmen sie, Käufer zahlen sie für das Recht zu handeln. Grundlagen
Ausübung & Zuteilung
Was am Verfallstag geschieht, wenn eine Option im Geld liegt und tatsächlich abgerechnet wird. Mehr dazu
Definiertes Risiko
Strategien wie Spreads, bei denen der maximale Verlust von Anfang an feststeht. Strategien

Optionshandel & News – kurz erklärt

Wie beeinflussen Nachrichten wie diese den Optionspreis?

Nachrichten wirken vor allem über die erwartete Schwankungsbreite: Steigt die Unsicherheit, steigt meist die implizite Volatilität und damit die Prämie – oft unabhängig von der Kursrichtung.

Muss ich auf eine Kursrichtung wetten, um zu profitieren?

Nein. Strategien mit definiertem Risiko wie der Iron Condor oder ein Covered Call setzen eher auf Volatilität und Zeitwert als auf eine exakte Richtung.

Ich bin Einsteiger – wo fange ich an?

Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Leitfaden und dem Glossar, bevor Sie reales Kapital einsetzen.

Daniel Berg

Chefredakteur

Options-Aufklärer

20++ Jahre

Daniel Berg ist ein ganz normaler Typ aus einer mittelgroßen deutschen Stadt. Über zwanzig Jahre hat er im Vertrieb eines Maschinenbau-Mittelständlers gearbeitet – Finanzen waren nie sein Beruf, sondern seine teure Lehre. Im Jahr 2000 steckte er sein erstes Erspartes in die "Volksaktie" T-Aktie, kaufte bei fast hundert Euro und sah sie bis auf acht Euro fallen. Am Neuen Markt verbrannte er danach nochmal Geld. Erst mit Mitte dreißig fing er ruhig und langweilig an – breiter ETF, Geduld, keine heißen Tipps. Bei BeInOptions gibt Daniel genau diese Lektion weiter: keine Wunderrenditen, sondern verständliche Aufklärung über Optionen, Risiko und langfristiges Investieren. "Ich verkaufe keine Träume. Ich erkläre die Werkzeuge – und die Fehler, die ich selbst gemacht habe."

Expertise:Long-Term InvestingOptions EducationRisk AwarenessETF PortfoliosBehavioral Finance
Verifizierter Experte
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Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.