Am 15. Mai 2026 machte Bill Ackman eine Ankündigung, die die Finanzwelt aufhorchen ließ: Seine Hedgefonds-Firma Pershing Square hatte im Februar eine Position von 2,1 Milliarden Dollar in Microsoft aufgebaut — und zwar genau in dem Moment, als alle anderen in Panik verkauften.
Das Timing war kein Zufall. Microsoft hatte gerade schwache Quartalszahlen gemeldet, die Cloud-Wachstumszahlen enttäuschten, und die Aktie fiel hart. Investoren waren nervös wegen der massiven Kapitalausgaben — 190 Milliarden Dollar, die Microsoft 2026 für AI- und Cloud-Infrastruktur ausgeben will. Für die meisten sah das aus wie ein Warnsignal.
Die Story dahinter
Für Ackman sah es aus wie eine Gelegenheit. Er kaufte Microsoft zu einem Preis von etwa 21x Forward-Earnings — praktisch auf Marktniveau und weit unter dem historischen Premium, das Microsoft normalerweise kostet. Zum Vergleich: In den Jahren davor handelte Microsoft regelmäßig bei 25x bis 30x Forward-Earnings.
Um die Microsoft-Position zu finanzieren, verkaufte Ackman 95% seiner Alphabet-Aktien — die er drei Jahre zuvor bei durchschnittlich 94 Dollar gekauft hatte und die jetzt bei 392 Dollar standen. Ein klassischer Rebalancing-Move: Gewinne mitnehmen bei der Position, die gelaufen ist, und in die Position reingehen, die gerade unter Druck steht.
Microsoft wurde damit sofort die viertgrößte Position in Pershing Squares Portfolio — 15,3% des gesamten 13,71-Milliarden-Buchs. Das ist kein kleiner Zock. Das ist eine Kernüberzeugung.
Was das für dich bedeutet
Ackman ist nicht irgendein Investor. Er ist bekannt dafür, dass er große, konzentrierte Wetten macht — und dass er geduldig ist. Wenn er 2,1 Milliarden Dollar in eine Aktie steckt, dann nicht für einen Trade von zwei Wochen, sondern für eine strukturelle These über Jahre.
Seine These: Microsoft 365 (Word, Excel, Teams) und Azure (die Cloud-Plattform) sind zwei der wertvollsten Franchises der Welt. Azure wächst mit 43% pro Jahr — das schnellste Wachstum seit Jahren. Microsoft 365 Copilot (die AI-Integration in Office) hat 30 Millionen zahlende Sitze — vor einem halben Jahr waren es noch 20 Millionen.
Und die 190 Milliarden Dollar, die Microsoft 2026 ausgibt? Für Ackman kein Problem, sondern eine Investition in zukünftiges Wachstum. Wer heute die besten AI-Datencenter baut, gewinnt die Cloud-Kriege der nächsten Dekade.
Das Risiko: Wenn die AI-Nachfrage einbricht oder die Preise fallen, könnten die massiven Investitionen auf den Renditen lasten. Aber Ackman glaubt, dass das Gegenteil passieren wird.
Wie Profis darauf reagieren
Nach Ackmans Ankündigung haben mindestens neun Brokerage-Häuser ihre Kursziele für Microsoft nach oben gesetzt. Hedge Funds bleiben bullish: Im ersten Quartal 2026 hielten 282 Hedgefonds Microsoft — mehr als fast jede andere Mag-7-Aktie außer Amazon.
Interessant: Ackman ist nicht der einzige, der gerade auf Microsoft setzt. Auch andere große institutionelle Investoren haben ihre Positionen aufgestockt, nachdem die Aktie im Februar gefallen war. Das Muster ist klassisch: Wenn eine fundamentalstarke Aktie aus emotionalen Gründen verkauft wird, gehen die Profis rein.
Ackman selbst hat in seinem X-Post geschrieben, dass er Microsoft für deutlich unterbewertet hält — mit einem potenziellen Upside von 40% oder mehr. Sein durchschnittlicher Einstiegspreis liegt um die 350 Dollar (nach dem Split gerechnet). Heute steht Microsoft bei etwa 450 Dollar. Wenn Ackman recht hat, sieht er die Aktie irgendwo bei 500 bis 550 Dollar in den nächsten 12 bis 18 Monaten.
First Steps für Anfänger
Wenn du dich fragst, ob du Ackmans Trade "kopieren" solltest: Das hängt davon ab, ob du seine These teilst — und ob du den Zeithorizont hast. Ackman ist ein Gedulds-Investor. Er hält Positionen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte.
Wenn du in Microsoft investieren willst, frag dich:
- Glaubst du, dass Cloud-Computing und AI die nächsten zehn Jahre dominieren werden?
- Glaubst du, dass Microsoft Azure gegen Amazon AWS und Google Cloud gewinnen kann?
- Hast du das Nervenkostüm, eine Position zu halten, auch wenn sie mal 10% oder 20% fällt?
Wenn die Antwort dreimal Ja ist, dann könnte Microsoft für dich interessant sein. Wenn nicht, lass es. Es gibt keine Pflicht, jeden Trade der Profis nachzumachen.
Und vergiss nicht: Ackman hat ein diversifiziertes Portfolio. Microsoft ist 15% seines Buchs, nicht 100%. Wenn du in Einzelaktien investierst, solltest du das Risiko streuen — nie alles auf eine Karte setzen.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.
