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markets22. Juli 20263 Min. Lesezeit

S&P 500 Bewertung bei 41: Profis sehen Warnsignal aus 2000

Eine Kennzahl, die Profis nutzen um zu messen ob die Börse zu teuer ist, steht bei 41,37 — so hoch wie zuletzt im Jahr 2000, bevor der Nasdaq 75% verlor.

Daniel Berg
Daniel Berg·Chefredakteur

Die Warnung, die normale Anleger nicht sehen

Es gibt eine Zahl, auf die Profis seit hundert Jahren schauen, wenn sie wissen wollen: ist die Börse gerade zu teuer?

Sie heißt CAPE-Ratio — das ist die Bewertungs-Messung der Börse. Sie vergleicht, wie viel die Aktien HEUTE kosten, mit dem was die Firmen in den letzten zehn Jahren VERDIENT haben.

Und diese Zahl steht heute bei 41,37.

Das ist extrem hoch. Historisch liegt sie bei 16.

Was beim letzten Mal passiert ist

Das Letzte Mal, als diese Zahl so hoch war: das Jahr 2000.

Damals haben alle gedacht, Internet-Aktien gehen nur nach oben. Jede neue Firma mit ".com" im Namen wurde zur Millionen-Wette. Die CAPE-Ratio stand bei 44 — das Allzeithoch.

Was danach kam: der Nasdaq ist in zweieinhalb Jahren um 75% gefallen. Der S&P 500 hat fast die Hälfte verloren. Millionen normale Menschen haben ihr Erspartes verloren, weil sie zu spät eingestiegen sind.

Ich war einer von ihnen — die T-Aktie, die "Volksaktie", habe ich bei fast hundert Euro gekauft. Zwei Jahre später stand sie bei acht Euro.

Was das HEUTE bedeutet

Wir sind HEUTE bei 41,37 — nur 7% unter dem Allzeithoch von damals.

Warum? Weil ein paar große Tech-Aktien (Nvidia, Apple, Microsoft) SO STARK gestiegen sind, dass sie fast ein Drittel des gesamten S&P 500 ausmachen. Wenn diese Aktien fallen, fällt alles.

Profis sehen das — und viele von ihnen bewegen gerade ihr Geld aus Tech-Aktien raus, in sicherere Bereiche.

Was Profis JETZT tun

Sie kaufen nicht mehr blind Tech-Aktien. Sie schauen auf:

  • Banken und Industrie — Sektoren, die vom Wachstum profitieren, aber nicht so teuer sind.
  • Europäische Aktien — der DAX hat eine CAPE-Ratio von 26, viel niedriger als die USA.
  • Defensive Positionen — manche bauen Absicherungen, falls es eine schnelle Korrektur gibt.

Das heißt NICHT, dass morgen ein Crash kommt. Aber es heißt: wenn du heute noch alles auf Tech-Aktien setzt, solltest du wissen, dass du auf einem historisch teuren Niveau kaufst.

First Steps für Anfänger

Wenn du gerade erst anfängst zu investieren — oder wenn dein Depot hauptsächlich aus Tech-Aktien besteht — dann ist JETZT der richtige Moment, ehrlich zu werden:

  1. Schau dir dein Depot an: Wie viel davon ist in Nvidia, Apple, Microsoft, Tesla? Wenn es mehr als 30% ist, bist du sehr konzentriert.
  2. Diversifiziere: Ein breiter Welt-ETF (MSCI World oder All-World) verteilt das Risiko auf 1.600 Aktien statt auf fünf.
  3. Halte Bargeld bereit: Profis halten 10-15% Cash, um bei Rücksetzern nachkaufen zu können.
  4. Panik-verkaufe nicht: Wenn eine Korrektur kommt, ist das NORMAL. Wer bei jedem -10% verkauft, macht Verluste zu realen Verlusten.

Die wichtigste Lehre aus meiner T-Aktie-Geschichte: Hype-Phasen fühlen sich an, als könnten sie ewig weitergehen. Können sie aber nicht.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was ist die CAPE-Ratio?

Die CAPE-Ratio (Cyclically Adjusted Price-to-Earnings Ratio) vergleicht den aktuellen Preis des S&P 500 mit den durchschnittlichen inflationsbereinigten Gewinnen der letzten 10 Jahre. Liegt sie über 30, gilt die Börse als teuer. Heute steht sie bei 41,37 — nur 7% unter dem Allzeithoch von 2000.

Bedeutet eine hohe CAPE-Ratio, dass ein Crash kommt?

Nicht zwingend — aber historisch folgte auf extrem hohe Werte (über 40) oft eine mehrjährige Korrektur. Beim Dot-Com-Crash 2000 fiel der S&P 500 um 49%, beim Crash 1929 folgte die Große Depression. Die CAPE-Ratio ist eine Warnung, kein Countdown.

Warum ist die CAPE-Ratio heute so hoch?

Weil ein paar riesige Tech-Aktien (Nvidia, Apple, Microsoft, Tesla) extrem stark gestiegen sind und heute fast ein Drittel des S&P 500 ausmachen. Ihre Bewertungen sind historisch sehr hoch — wenn sie fallen, fällt der ganze Index mit.

Was sollte ich als Anfänger jetzt tun?

Nicht in Panik verkaufen, aber ehrlich hinschauen: Wenn dein Depot zu 80% aus Tech-Aktien besteht, bist du sehr konzentriert. Diversifiziere mit einem breiten ETF, halte etwas Cash bereit, und sei mental auf eine mögliche 10-20% Korrektur vorbereitet.

Wichtige Options-Begriffe

Kurze Auffrischung der Begriffe, die in Options-Meldungen wie dieser immer wieder auftauchen.

Implizite Volatilität (IV)
Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Steigende IV verteuert Optionen, fallende IV verbilligt sie. IV-Guide
Die Greeks
Delta, Gamma, Theta und Vega messen, wie eine Option auf Kurs, Zeit und Volatilität reagiert. Greeks erklärt
Open Interest
Die Zahl der offenen Kontrakte. Hohes Open Interest an einem Strike markiert eine wichtige Preismarke. Optionskette lesen
Prämie
Der Preis einer Option. Verkäufer vereinnahmen sie, Käufer zahlen sie für das Recht zu handeln. Grundlagen
Ausübung & Zuteilung
Was am Verfallstag geschieht, wenn eine Option im Geld liegt und tatsächlich abgerechnet wird. Mehr dazu
Definiertes Risiko
Strategien wie Spreads, bei denen der maximale Verlust von Anfang an feststeht. Strategien

Optionshandel & News – kurz erklärt

Wie beeinflussen Nachrichten wie diese den Optionspreis?

Nachrichten wirken vor allem über die erwartete Schwankungsbreite: Steigt die Unsicherheit, steigt meist die implizite Volatilität und damit die Prämie – oft unabhängig von der Kursrichtung.

Muss ich auf eine Kursrichtung wetten, um zu profitieren?

Nein. Strategien mit definiertem Risiko wie der Iron Condor oder ein Covered Call setzen eher auf Volatilität und Zeitwert als auf eine exakte Richtung.

Ich bin Einsteiger – wo fange ich an?

Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Leitfaden und dem Glossar, bevor Sie reales Kapital einsetzen.

Daniel Berg

Chefredakteur

Options-Aufklärer

20++ Jahre

Daniel Berg ist ein ganz normaler Typ aus einer mittelgroßen deutschen Stadt. Über zwanzig Jahre hat er im Vertrieb eines Maschinenbau-Mittelständlers gearbeitet – Finanzen waren nie sein Beruf, sondern seine teure Lehre. Im Jahr 2000 steckte er sein erstes Erspartes in die "Volksaktie" T-Aktie, kaufte bei fast hundert Euro und sah sie bis auf acht Euro fallen. Am Neuen Markt verbrannte er danach nochmal Geld. Erst mit Mitte dreißig fing er ruhig und langweilig an – breiter ETF, Geduld, keine heißen Tipps. Bei BeInOptions gibt Daniel genau diese Lektion weiter: keine Wunderrenditen, sondern verständliche Aufklärung über Optionen, Risiko und langfristiges Investieren. "Ich verkaufe keine Träume. Ich erkläre die Werkzeuge – und die Fehler, die ich selbst gemacht habe."

Expertise:Long-Term InvestingOptions EducationRisk AwarenessETF PortfoliosBehavioral Finance
Verifizierter Experte
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