Um 05:40 Uhr deutscher Zeit an diesem Montag sprang der Ölpreis um 1,2 Prozent nach oben. Grund: Die USA hatten in der Nacht Irans Larak-Insel in der Straße von Hormus angegriffen — und Teheran hat zurückgeschossen.
Das klingt nach einer weiteren Schlagzeile aus einem Krieg, der jetzt seit sechs Monaten läuft. Aber für dich bedeutet es echtes Geld: höhere Spritpreise, teurere Lebensmittel, teureres Plastik — alles, was mit Öl zusammenhängt, wird teurer.
Die Story dahinter
Die Straße von Hormus ist eine schmale Wasserstraße zwischen Iran und Oman, keine 40 Kilometer breit an der engsten Stelle. Durch sie fließen 20 Prozent des weltweiten Öls und ein Großteil des Flüssiggases aus dem Nahen Osten.
Seit Februar 2026 führen die USA und Iran einen Krieg, der sich hauptsächlich um genau diese Wasserstraße dreht. Beide Seiten greifen Tanker an, beide Seiten blockieren zeitweise den Verkehr. Am vergangenen Wochenende passierten nur fünf Frachtschiffe die Straße — vor dem Krieg waren es 31 am Wochenende.
Heute Morgen hat die USA Irans Larak-Insel beschossen, eine strategische Militärbasis. Iran hat zurückgeschossen. Das Ergebnis: Öl ist jetzt bei $89 pro Barrel (Brent Crude) — 23 Prozent höher als vor dem Krieg im Februar, als es noch bei $72 lag.
Was das für dich bedeutet
Wenn Öl teurer wird, wird fast alles teurer. Der Benzinpreis in den USA hat $4 pro Gallon überschritten — der höchste Stand seit 2022. In Deutschland sind die Spritpreise seit Februar um über 15 Prozent gestiegen.
Aber es geht nicht nur um das Auto tanken. Öl steckt in Plastik, in Dünger, in Transport. Wenn Lkw-Diesel teurer wird, werden Lebensmittel teurer. Wenn Kerosin teurer wird, werden Flugtickets teurer. Die Rechnung landet am Ende bei dir — egal, ob du eine Aktie besitzt oder nicht.
Experten hatten vor sechs Monaten vorhergesagt, dass der Ölpreis bei einem Krieg um die Straße von Hormus auf über $120 schießen würde. Dass wir "nur" bei $89 sind, liegt daran, dass die Welt es geschafft hat, andere Lieferwege zu finden — aus den USA, aus Kanada, aus Norwegen. Aber das Polster ist dünn.
Wie Profis darauf reagieren
Oil-Futures sind die Wetten, mit denen Profis auf steigende oder fallende Ölpreise setzen. Seit der Eskalation am Wochenende sind die Wetten auf weiter steigende Preise massiv gestiegen. Der Markt rechnet damit, dass der Krieg nicht schnell vorbei ist.
Energie-Aktien wie ExxonMobil, Shell und BP sind seit Februar um 15 bis 25 Prozent gestiegen — nicht weil diese Firmen mehr Öl fördern, sondern weil das Öl, das sie verkaufen, mehr wert ist.
Auf der anderen Seite leiden Fluggesellschaften: Lufthansa, Delta, Ryanair haben seit Februar bis zu 12 Prozent verloren, weil Kerosin ihren größten Kostenblock ausmacht.
First Steps für Anfänger
Wenn du zum ersten Mal von der Straße von Hormus hörst: Du solltest wissen, dass die Weltwirtschaft extrem abhängig von ein paar schmalen Wasserstraßen ist. Die drei wichtigsten sind:
- Straße von Hormus (Persischer Golf ↔ Indischer Ozean) — 20% des weltweiten Öls
- Suezkanal (Mittelmeer ↔ Rotes Meer) — 12% des weltweiten Handels
- Straße von Malakka (Indischer Ozean ↔ Pazifik) — 25% des weltweiten Seehandels
Wenn auch nur eine davon für länger als ein paar Wochen blockiert ist, steigen die Preise weltweit. Und genau das passiert gerade mit der Straße von Hormus.
Wer in Energie-Aktien investieren will, sollte wissen: Öl-Aktien steigen, wenn Öl knapp wird — aber das ist eine Wette auf Krieg und Knappheit, nicht auf ein gesundes Geschäft. Viele Anleger bevorzugen deshalb breit gestreute ETFs, die Energie nur als einen kleinen Teil enthalten — nicht als Hauptwette.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.
