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markets28. August 20263 Min. Lesezeit

Amazon bleibt Top-Wette der Hedgefonds: 11. Quartal in Folge

Zum elften Quartal in Folge ist Amazon die Nummer-Eins-Aktie in Hedgefonds-Portfolios weltweit — während gleichzeitig ein 45-Milliarden-AI-Fonds kollabiert.

Daniel Berg
Daniel Berg·Chefredakteur

Die Story hinter dem großen Geld

Während du deinen Morgenkaffee trinkst, bewegen Hedgefonds-Manager gerade Milliarden. Und eine Aktie steht seit fast drei Jahren ganz oben auf ihrer Liste: Amazon.

Laut Goldman Sachs ist AMZN zum elften Quartal in Folge die meistgehaltene Aktie unter großen Hedgefonds. Das bedeutet: Die schlauesten Investoren der Welt setzen weiterhin auf Jeff Bezos' Firma — trotz Marktturbulenzen, trotz Zinsen, trotz allem.

Aber es passiert noch mehr hinter den Kulissen. Letzte Woche ist ein gigantischer AI-Hedgefonds namens Situational Awareness kollabiert — von 45 Milliarden Dollar auf 10 Milliarden in wenigen Tagen. Der Grund: zu viel Risiko, zu viel geliehenes Geld (Leverage), konzentrierte Wetten auf AI-Aktien wie SK Hynix und CoreWeave.

Ken Griffin, Chef von Citadel (einem der größten Hedgefonds der Welt), hat die Trümmer aufgekauft — mit etwa 10% Rabatt. Mittlerweile hat Citadel schon 80% dieser Positionen wieder verkauft. Das nennt man professionelle Geier-Taktik: kaufen wenn andere in Panik sind, schnell wieder raus wenn der Preis stimmt.

Gleichzeitig kaufen Hedgefonds insgesamt die zweite Woche in Folge globale Aktien, besonders in Asien und Emerging Markets. Die Kaufaktivität ist so hoch wie seit sieben Wochen nicht mehr.

Was das für dich bedeutet

Wenn Hedgefonds Amazon seit fast drei Jahren an der Spitze halten, ist das kein Zufall. Sie sehen langfristiges Wachstum: Cloud-Computing (AWS), E-Commerce, Werbung. Das sind stabile Einnahmequellen.

Aber: Die Situational-Awareness-Geschichte zeigt auch die Kehrseite. Ein 24-Jähriger (Leopold Aschenbrenner, ehemals OpenAI-Forscher) baut einen 45-Milliarden-Fonds auf, wettet alles auf AI — und verliert in einer Woche 35 Milliarden. Das ist die Gefahr von Hype und Leverage.

Ich war 2000 auch mal so blauäugig. Hab die T-Aktie bei hundert Euro gekauft, weil alle gesagt haben "das ist die Zukunft". Hab sie bis auf acht Euro fallen sehen. Danach am Neuen Markt nochmal Geld verbrannt. Ich kenn das Gefühl.

Wie Profis darauf reagieren

Profis diversifizieren. Sie halten nicht nur eine Aktie, sondern hunderte. Amazon mag Nummer eins sein, aber sie haben auch Microsoft, Nvidia, Visa und viele andere im Portfolio.

Und wenn ein Fonds kollabiert wie Situational Awareness, kaufen die ganz Großen (Citadel) die Reste billig auf — das nennt man Distressed Buying. Für normale Anleger ist das schwer nachzumachen, weil die Geschwindigkeit und das Kapital fehlen.

First Steps für Anfänger

Wenn du anfängst zu investieren, mach nicht den Fehler eines 45-Milliarden-Fonds: Konzentriere dich nicht auf eine heiße Idee. Ein breiter ETF (MSCI World, S&P 500) gibt dir Zugang zu hunderten von Firmen, inklusive Amazon.

Und noch wichtiger: Nutze niemals geliehenes Geld (Leverage), bevor du jahrelang Erfahrung hast. Der junge Fondsmanager hat in einer Woche 35 Milliarden verloren, weil er mit geliehenem Geld gewettet hat.

Meine Tochter Lena (19, gerade im ersten Job) fragt mich manchmal: "Papa, warum nicht einfach die beste Aktie kaufen?" Ich sag ihr dann: Die Profis GLAUBEN, sie wissen welche das ist. Aber selbst die liegen oft falsch. Deswegen streuen sie breit.

Bleib ruhig. Bleib dran.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Warum halten Hedgefonds Amazon so lange auf Platz 1?

Amazon liefert drei starke Geschäftsfelder: AWS (Cloud) ist extrem profitabel, E-Commerce wächst stabil, und Werbung wird immer wichtiger. Hedgefonds sehen langfristiges Wachstumspotenzial über mehrere Jahre.

Was ist bei Situational Awareness passiert?

Der AI-Hedgefonds von Leopold Aschenbrenner wuchs in anderthalb Jahren von ein paar hundert Millionen auf 45 Milliarden Dollar (+1000% Rendite). Er setzte massiv auf AI-Aktien mit geliehenem Geld (4x Leverage). Als der Tech-Markt im Juli korrigierte, kollabierte der Fonds auf 10 Milliarden.

Was bedeutet es, wenn Citadel die Positionen kauft?

Ken Griffins Citadel kaufte die Positionen mit etwa 10% Rabatt (Distressed Buying) und verkaufte 80% davon schnell weiter. Das ist klassisches Geier-Investieren: in der Panik billig kaufen, bei Stabilisierung wieder verkaufen.

Wichtige Options-Begriffe

Kurze Auffrischung der Begriffe, die in Options-Meldungen wie dieser immer wieder auftauchen.

Implizite Volatilität (IV)
Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Steigende IV verteuert Optionen, fallende IV verbilligt sie. IV-Guide
Die Greeks
Delta, Gamma, Theta und Vega messen, wie eine Option auf Kurs, Zeit und Volatilität reagiert. Greeks erklärt
Open Interest
Die Zahl der offenen Kontrakte. Hohes Open Interest an einem Strike markiert eine wichtige Preismarke. Optionskette lesen
Prämie
Der Preis einer Option. Verkäufer vereinnahmen sie, Käufer zahlen sie für das Recht zu handeln. Grundlagen
Ausübung & Zuteilung
Was am Verfallstag geschieht, wenn eine Option im Geld liegt und tatsächlich abgerechnet wird. Mehr dazu
Definiertes Risiko
Strategien wie Spreads, bei denen der maximale Verlust von Anfang an feststeht. Strategien

Optionshandel & News – kurz erklärt

Wie beeinflussen Nachrichten wie diese den Optionspreis?

Nachrichten wirken vor allem über die erwartete Schwankungsbreite: Steigt die Unsicherheit, steigt meist die implizite Volatilität und damit die Prämie – oft unabhängig von der Kursrichtung.

Muss ich auf eine Kursrichtung wetten, um zu profitieren?

Nein. Strategien mit definiertem Risiko wie der Iron Condor oder ein Covered Call setzen eher auf Volatilität und Zeitwert als auf eine exakte Richtung.

Ich bin Einsteiger – wo fange ich an?

Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Leitfaden und dem Glossar, bevor Sie reales Kapital einsetzen.

Daniel Berg

Chefredakteur

Options-Aufklärer

20++ Jahre

Daniel Berg ist ein ganz normaler Typ aus einer mittelgroßen deutschen Stadt. Über zwanzig Jahre hat er im Vertrieb eines Maschinenbau-Mittelständlers gearbeitet – Finanzen waren nie sein Beruf, sondern seine teure Lehre. Im Jahr 2000 steckte er sein erstes Erspartes in die "Volksaktie" T-Aktie, kaufte bei fast hundert Euro und sah sie bis auf acht Euro fallen. Am Neuen Markt verbrannte er danach nochmal Geld. Erst mit Mitte dreißig fing er ruhig und langweilig an – breiter ETF, Geduld, keine heißen Tipps. Bei BeInOptions gibt Daniel genau diese Lektion weiter: keine Wunderrenditen, sondern verständliche Aufklärung über Optionen, Risiko und langfristiges Investieren. "Ich verkaufe keine Träume. Ich erkläre die Werkzeuge – und die Fehler, die ich selbst gemacht habe."

Expertise:Long-Term InvestingOptions EducationRisk AwarenessETF PortfoliosBehavioral Finance
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