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markets20. Juli 20263 Min. Lesezeit

Alphabet und Tesla Earnings diese Woche: Milliarden auf dem Spiel

In drei Tagen wissen wir, ob die KI-Blase platzt oder weiter wächst: Alphabet zeigt morgen die Cloud-Zahlen, Tesla am Mittwoch die Margen. 70% Nasdaq-Gewinn dieses Jahr hängen an diesen zwei Berichten.

Daniel Richter
Daniel Richter·Lead Quantitative Analyst

Heute Morgen schauen Millionen Anleger auf eine Woche, die alles ändern kann. Alphabet (Google) meldet am Dienstag Quartalszahlen, Tesla am Mittwoch. Die ersten zwei der "Magnificent 7" Tech-Giganten zeigen ihre Karten — und der Markt reagiert sofort.

Die Story dahinter

Der Nasdaq hat dieses Jahr 70% zugelegt. Fast alles davon kommt von sieben Tech-Riesen: Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, Meta, NVIDIA, Tesla. Aber letzte Woche kam der erste Rückschlag: Chip-Aktien verloren über 10% in fünf Tagen. Anleger fragen sich: War das nur eine gesunde Korrektur — oder der Anfang vom Ende der KI-Rally?

Diese Woche bringen die Earnings die Antwort. Alphabet muss zeigen, dass die Milliarden-Investitionen in KI (Google Cloud, Gemini AI) echte Umsätze bringen. Analysten erwarten mehr als 20% Wachstum bei Umsatz UND Gewinn. Tesla kämpft mit sinkenden Margen — Elon Musk verspricht seit Monaten "Full Self-Driving" und Robotaxis, aber die Zahlen müssen es beweisen.

Was über Nacht passiert ist: Asien hat gemischt geschlossen, der Nikkei leicht im Plus, aber China schwach. DAX-Futures liegen bei -0,8%, S&P 500-Futures bei -1%. Die Märkte sind nervös.

Was das für dich bedeutet

Wenn du einen ETF auf den Nasdaq oder Tech-Fonds hast, dann hängt dein Depot diese Woche an diesen zwei Berichten. Gute Zahlen von Alphabet und Tesla? Der Markt explodiert nach oben, +3-5% in zwei Tagen sind möglich. Enttäuschung? Die Korrektur geht weiter, -5% bis -8% sind drin.

Das ist der Moment, wo Geduld Gold wert ist. Wer jetzt in Panik verkauft und die Zahlen dann gut ausfallen, verpasst die Rally. Wer blind optimistisch bleibt und die Zahlen enttäuschen, verliert mehr. Hedgefonds haben sich längst abgesichert: In der letzten Woche kauften institutionelle Anleger Put-Optionen im Wert von 1,8 Milliarden Dollar auf NVIDIA und den Nasdaq — Versicherungen gegen einen Crash.

Wie Profis darauf reagieren

Erfahrene Investoren tun jetzt drei Dinge:

  1. Absicherung kaufen — nicht verkaufen, sondern Put-Optionen als Versicherung ("wenn der Markt fällt, verdiene ich mit den Puts").
  2. Cash bereithalten — wenn die Zahlen enttäuschen und Qualitäts-Aktien günstig werden, zuschlagen.
  3. Breiter streuen — nicht alles auf Tech setzen. Banken, Energie, Gesundheit laufen dieses Jahr auch gut.

Wichtig: Niemand weiß, was passiert. Selbst die schlausten Fondsmanager der Welt wetten auf beide Szenarien gleichzeitig. Das nennt man Risikomanagement.

First Steps für Anfänger

Wenn du gerade erst mit Investieren anfängst und diese Woche mitfiebern willst, aber nicht weißt was du tun sollst:

  • Nichts überstürzen. Earnings-Wochen sind emotional. Warte ab, wie die Zahlen aussehen.
  • Lern die Begriffe. "EPS" (Earnings per Share) = Gewinn pro Aktie. "Revenue" = Umsatz. Wenn beides die Erwartungen schlägt = gut.
  • Schau dir beide Szenarien an. Stell dir vor: Was passiert mit deinem Depot, wenn Alphabet enttäuscht? Was, wenn Tesla überrascht? Wer mental vorbereitet ist, trifft bessere Entscheidungen.
  • Fang klein an. Diese Woche ist keine Woche, um das erste Mal groß einzusteigen. Schau zu, lerne, verstehe die Dynamik.

Daniel sagt: "Ich war 2000 bei der T-Aktie genau in der gleichen Stimmung — alle euphorisch, alle kauften, und dann kam der Absturz. Heute warte ich lieber einen Tag länger und verpasse 2% Gewinn, als blind reinzugehen und 20% zu verlieren."

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Wann genau melden Alphabet und Tesla ihre Zahlen?

Alphabet meldet am Dienstag, 22. Juli 2026 nach US-Börsenschluss (ca. 22 Uhr deutscher Zeit). Tesla folgt am Mittwoch, 23. Juli, ebenfalls nach Börsenschluss. Die ersten Reaktionen sehen wir jeweils in der Nacht und am Folgetag in Europa.

Was ist das wichtigste, worauf Analysten bei Alphabet achten?

Die Cloud-Umsätze (Google Cloud) und die KI-CapEx-Zahlen (wie viel Milliarden Google in KI-Infrastruktur investiert). Erwartet werden über 20% Umsatzwachstum und mindestens gleichbleibende Margen trotz der hohen KI-Ausgaben.

Warum sind ausgerechnet diese zwei Earnings so wichtig?

Weil der Nasdaq dieses Jahr 70% zugelegt hat — fast nur wegen der "Magnificent 7" Tech-Giganten. Alphabet und Tesla sind die ersten zwei, die Q2-Zahlen zeigen. Wenn sie enttäuschen, kippt die Stimmung für die ganzen Tech-Sektor. Wenn sie überzeugen, läuft die Rally weiter.

Was bedeutet "Put-Optionen im Wert von 1,8 Milliarden" konkret?

Hedgefonds und institutionelle Anleger haben in der letzten Woche Versicherungs-Wetten gekauft: Wenn NVIDIA oder der Nasdaq fallen, verdienen sie mit diesen Puts Geld. 1,8 Milliarden Dollar ist der Gesamtwert dieser Absicherungen — ein Signal, dass die Profis nervös sind.

Soll ich vor den Earnings kaufen oder lieber warten?

Niemand kann dir das sagen — auch keine Bank, kein Berater. Historisch gilt: Wer VOR Earnings kauft, spekuliert. Wer NACH den Zahlen reagiert, hat Klarheit, aber verpasst vielleicht die ersten 2-3% Bewegung. Daniel sagt: 'Ich warte lieber. Ich hab 2000 beim Neuen Markt gelernt, dass FOMO teuer ist.'

Daniel Richter

Autor

Daniel Richter

Lead Quantitative Analyst

AI Options Strategist

15++ JahreCFA-aligned expertiseFRM framework knowledge

Daniel Richter verbindet tiefgreifende Marktexpertise mit modernster KI-Technologie. Nach seinem Studium der Finanzmathematik an der TU München und mehreren Jahren bei führenden Investmentbanken in Frankfurt, spezialisierte er sich auf quantitative Handelsstrategien. Bei BeInOptions leitet Daniel das Analyseteam und entwickelt datengestützte Optionsstrategien. Seine Stärke liegt in der Kombination aus klassischer Finanzanalyse und maschinellem Lernen – er nutzt KI-Modelle zur Identifizierung von Marktmustern und Risikobewertung. "Mein Ziel ist es, komplexe Optionsstrategien für jeden verständlich zu machen und dabei die Kraft moderner Analysetools zu nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen."

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