Covered CallSIE.DE · DAXRisiko: Niedrig

Covered Call auf Siemens AG

Vollständiges Beispiel: Covered Call auf Siemens (SIE.DE) — mit Strikes, Prämie, Break-even und interaktivem Payoff-Diagramm.

Markterwartung
Neutral bis leicht bullisch
Komplexität
Anfänger
Sektor
Industrials
Typischer Kurs
€200
Für Einsteiger erklärt

Covered Call einfach erklärt

Niveau
Anfänger
Risiko
Niedrig
Am besten bei
Neutral bis leicht bullisch
Ziel
Einkommen
Wofür ist diese Strategie?
Zusätzliches Einkommen aus Aktien, die du bereits besitzt.
Wann sollte ich sie einsetzen?
Wenn du eine Aktie hältst und einen seitwärts bis leicht steigenden Kurs erwartest.
Wie verdiene ich damit?
Du verkaufst eine Call-Option auf deine Aktien und kassierst sofort die Prämie.
Was ist das Hauptrisiko?
Steigt die Aktie stark, musst du sie zum Strike abgeben und verpasst den Gewinn darüber.
Für wen ist sie ungeeignet?
Wenn du deine Aktien auf keinen Fall abgeben willst oder eine große Rally erwartest.

Bildungsinhalt, keine Anlageberatung. Optionen bergen Risiken bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals.

Basiswert

Siemens AG für Optionshändler

Siemens AG ist eines der größten Industriekonglomerate der Welt mit Kerngeschäften in Automatisierungstechnik (SIMATIC), Energieinfrastruktur und Digitalisierung. Als klassischer DAX-Industriewert bietet Siemens stabile Dividendenausschüttungen (Rendite ~2.5%) und moderates Wachstum, was ihn zum bevorzugten Underlying für konservative Einkommensstrategien macht. Die IV liegt typischerweise bei 17-28%.

Symbol
SIE.DE
Markt
DAX
IV-Spanne
1728%
Währung
EUR
Options-Hinweis: Eurex-gehandelt; zuverlässige Liquidität für einen deutschen Industriewert; europäischer Optionstyp; gute Strikes in 2.50€-Intervallen.
Überblick

Covered Call — Kurzübersicht

Beim Covered Call verkaufen Sie eine Call-Option auf Aktien, die Sie bereits besitzen. Sie erhalten dafür eine Prämie, die Ihr Depot sofort gutgeschrieben wird – unabhängig davon, wie sich der Kurs entwickelt. Im Gegenzug verpflichten Sie sich, die Aktien zum Strike-Preis abzugeben, falls die Option ins Geld läuft. Diese Strategie eignet sich ideal für Anleger, die in einem flachen bis leicht steigenden Markt regelmäßige Erträge aus bestehenden Positionen erzielen möchten.

Vorteile

  • Sofortiger Cashflow durch die Prämieneinnahme
  • Reduziert effektiv den Einstandskurs der Aktie
  • Maximalverlust klar begrenzt (Aktie kann nur auf null fallen)
  • Einfach umzusetzen — ideal für Optionseinsteiger

Nachteile

  • Begrenzt den Gewinn: Kurspotenzial über dem Strike ist gekappt
  • Kein vollständiger Schutz bei starkem Kursrückgang
  • Dividendenansprüche bleiben erhalten, aber Assignment-Risiko vor Ex-Tag
  • Eurex-Optionen auf DAX-Werte oft weniger liquid als US-Optionen
Beispiel-Trade

Covered Call auf Siemens

Illustratives Beispiel basierend auf einem typischen Siemens-Kurs von €200. Strikes und Prämien sind Richtwerte — aktuelle Marktpreise weichen ab.

PositionTypStrikeAktionPrämie
100 Aktien (gehalten)Aktienposition€200Long (Einstiegskurs)
Short Call (verkauft)Call€210Verkaufen (Kredit)+€3,00
Netto-Kredit erhalten+€3,00 (€300 pro Kontrakt)
Maximalgewinn
€1.300
pro Kontrakt
Maximalverlust
-€19.700
pro Kontrakt
Break-even
€197
Payoff

Payoff-Diagramm bei Verfall

Gewinn und Verlust des Covered Calls auf Siemens in Abhängigkeit vom Kurs bei Verfall. Werte pro Kontrakt (100 Aktien).

Eignung

Warum Covered Call für Siemens?

Die niedrige bis moderate IV dieser Aktie erzeugt verlässliche, wenn auch konservative Covered-Call-Prämien von 0.8-1.5% monatlich. Als Einkommensstrategie auf einer defensiven Aktie empfehlen sich 5% OTM Strikes mit 30-45 Tagen Restlaufzeit. Rollen Sie den Call wenn er 50% seines Wertes verloren hat.

Wann ist der richtige Zeitpunkt?

  • 1IV Rank über 30% — höhere IV bedeutet höhere Prämien
  • 2Neutrale bis leicht bullische Marktmeinung für die Aktie
  • 3Aktienposition bereits im Depot vorhanden
  • 4Bereitschaft, die Aktien bei Kursanstieg abzugeben
  • 5Kein bevorstehendes Earnings-Event innerhalb der Laufzeit
Tiefer Einstieg

Warum Siemens für Optionshändler interessant ist

Siemens ist kein Wachstumstitel mit explosiven Kursausschlägen, sondern ein breit diversifiziertes Industriekonglomerat — Automatisierung (Digital Industries mit SIMATIC), intelligente Gebäude- und Netztechnik (Smart Infrastructure) und Bahntechnik (Mobility). Für Optionshändler ergibt sich daraus ein ruhiges, mittelfristig gut prognostizierbares Underlying: die implizite Volatilität pendelt meist im Bereich 17-28% und damit weit unter dem, was US-Tech-Aktien bieten. Prämien sind entsprechend moderat, aber die Bewegungen sind auch berechenbarer. Der eigentliche Reiz liegt in den Auftragseingängen (Book-to-Bill) und im Portfolioumbau: Siemens hält weiterhin bedeutende Anteile an Siemens Energy und Siemens Healthineers, deren Kursentwicklung indirekt auf den Mutterkonzern durchschlägt. Wer Siemens-Optionen handelt, setzt weniger auf einen einzelnen Katalysator als auf den globalen Industrie- und Investitionszyklus — Fabrikautomation, Elektrifizierung, Netzausbau und Infrastruktur. Der relativ hohe Aktienkurs (typischerweise um €200) macht einen Kontrakt kapitalintensiv, was bei Cash-Secured-Strategien beachtet werden muss.

Strategie-Notizen

Covered Call auf Siemens: Praktische Hinweise

Covered Calls sind die naheliegendste Siemens-Strategie für Bestandsaktionäre: Bei einer IV von 17-28% bringt ein Delta-0,25-Call mit 30-45 Tagen Laufzeit eine moderate, aber verlässliche Prämie, die die Dividendenrendite von rund 2,5% sinnvoll ergänzt. Weil Siemens selten mehr als wenige Prozent pro Woche springt, ist das Risiko des vorzeitigen Andienens gering — und dank europäischer Ausübung besteht ohnehin kein Frühausübungsrisiko. Sinnvoll ist es, Calls außerhalb der Berichtswochen zu schreiben und Strikes leicht oberhalb runder Marken zu wählen.

Hintergrund

Historischer Kontext

Siemens hat sich über das letzte Jahrzehnt von einem unübersichtlichen Mischkonzern zu einem fokussierteren Technologieunternehmen entwickelt — die Abspaltungen von Siemens Energy (2020) und die Teilverselbständigung von Siemens Healthineers waren dabei prägend. Solche Portfolio-Ereignisse haben in der Vergangenheit für kurzfristige IV-Spitzen gesorgt, bevor sich die Volatilität wieder normalisierte. Im Tagesgeschäft folgt die Aktie stark dem globalen Konjunktur- und Einkaufsmanager-Zyklus (PMIs): In Aufschwungphasen mit steigenden Auftragseingängen tendiert sie fest, in industriellen Abschwüngen oder bei Nachfrageschwäche in China korrigiert sie. Quartalszahlen bewegen die Aktie historisch moderat — typischerweise im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich —, wobei der Ausblick auf Auftragseingänge und Marge oft wichtiger ist als die reine Gewinnzahl. Die IV steigt verlässlich vor Berichtsterminen und in Phasen makroökonomischer Unsicherheit (Zinswende, Handelskonflikte, Energiepreise) und fällt danach zurück. Diese Zyklik ist ausgeprägt genug, um sie zu handeln, aber selten so extrem, dass definierte Strategien aus dem Ruder laufen.

FAQ

Häufige Fragen: Covered Call auf Siemens

Warum ist die implizite Volatilität bei Siemens vergleichsweise niedrig?
Siemens ist ein breit diversifiziertes Industriekonglomerat mit stabilen Cashflows aus Automatisierung, Infrastruktur und Bahntechnik. Diese Diversifikation glättet Schwankungen einzelner Sparten, und das Geschäft folgt eher langsamen Investitionszyklen als abrupten Nachrichten. Deshalb liegt die IV meist bei 17-28% — deutlich unter US-Tech oder deutschen Autowerten. Für Optionshändler bedeutet das moderatere Prämien, aber auch berechenbarere Bewegungen und ein geringeres Risiko großer Überraschungssprünge.
Wie wirken sich die Beteiligungen an Siemens Energy und Healthineers auf die Aktie aus?
Siemens hält weiterhin bedeutende Anteile an beiden ehemaligen Töchtern, sodass deren Kursentwicklung anteilig auf den Wert des Mutterkonzerns durchschlägt. Starke Bewegungen bei Siemens Energy — etwa nach Nachrichten zum Windkraftgeschäft — können daher indirekt die Siemens-Aktie und kurzfristig deren IV beeinflussen. Wer Siemens-Optionen handelt, sollte diese Beteiligungen im Blick behalten, auch wenn das operative Kerngeschäft davon getrennt ist.
Welche Kennzahl bewegt die Siemens-Aktie an Berichtstagen am stärksten?
Häufig nicht der Gewinn selbst, sondern die Auftragseingänge und das Book-to-Bill-Verhältnis sowie der Margenausblick der Sparte Digital Industries. Diese Größen sind Frühindikatoren für den künftigen Umsatz. Ein starkes Auftragsplus bei vorsichtiger Gewinnzahl kann die Aktie steigen lassen — und umgekehrt. Optionshändler, die auf Earnings spekulieren, sollten daher weniger auf die Konsens-EPS-Zahl als auf die Auftrags- und Ausblicksdynamik achten.
Ist der hohe Aktienkurs ein Problem für kleinere Optionskonten?
Er ist ein Faktor. Bei einem Kurs um €200 kontrolliert ein Kontrakt (100 Aktien) ein Basiswert-Volumen von rund €20.000. Cash-Secured Puts binden entsprechend viel Kapital, und ein einzelner Covered Call setzt ein größeres Aktienpaket voraus. Kleinere Konten fahren mit definierten Spreads (Bull Call, Bear Put, Iron Condor) besser, weil dort nur die Spread-Breite abzüglich Prämie riskiert wird — nicht der volle Aktiengegenwert.
Was sind die größten Risiken beim Optionshandel auf Siemens?
Erstens das Makrorisiko: Siemens hängt am globalen Industrie- und Investitionszyklus, ein Abschwung oder eine China-Nachfrageschwäche belastet mehrere Sparten gleichzeitig. Zweitens das Portfoliorisiko aus den Beteiligungen (Siemens Energy/Healthineers). Drittens die Kapitalbindung durch den hohen Kurs. Die niedrige IV verleitet außerdem dazu, Prämie zu unterschätzen — in ruhigen Phasen ist der erzielbare Ertrag begrenzt. Dies ist Bildungsinhalt und keine Anlageberatung; definierte Risikoprofile und Diversifikation bleiben die wichtigsten Schutzmechanismen.
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