Zurück zu News
markets10. Juni 20263 Min. Lesezeit

VIX bei 20: Die Angst-Messung der Börse warnt vor Turbulenzen

Jedes Mal wenn der VIX innerhalb von 5 Tagen von unter 16 auf über 20 sprang, folgte ein durchschnittlicher 6,2%-Drop im S&P 500 innerhalb von 2 Wochen — historische Daten seit 2010.

Daniel Richter
Daniel Richter·Lead Quantitative Analyst

Die Angst-Messung der Börse steigt — und das passiert nicht grundlos.

Am Freitag, 5. Juni 2026, stand der VIX (die sogenannte "Angst-Messung der Börse") bei 15,87 Punkten. Heute, am 10. Juni, liegt er bei 20,09 Punkten. Ein Anstieg von 26,6% in 3 Handelstagen. Für normale Anleger klingt das abstrakt. Aber für Profis ist das ein Warnsignal.

Die Story dahinter

Der VIX misst, wie stark Profis erwarten, dass die Börse in den nächsten 30 Tagen schwanken wird. Wenn der VIX niedrig ist (unter 15), sind die Märkte ruhig. Wenn er über 20 steigt, erwarten Profis Turbulenzen.

Was ist gerade passiert? Drei Dinge:

  1. Morgen kommt der US-Inflationsbericht (CPI). Ökonomen erwarten 4,2% Inflation. Wenn es höher ausfällt, könnte die Fed die Zinsen länger hochhalten — schlecht für Aktien.

  2. Geld fliesst aus Tech-Aktien in defensive Sektoren. Industrials wie Caterpillar und Consumer Defensives wie Walmart steigen, während NVIDIA, Apple und Microsoft fallen. Das passiert, wenn Profis nervös werden.

  3. Die 10-Jahres-Anleihen-Rendite steigt auf 4,55%. Höhere Renditen bedeuten: Anleihen werden attraktiver als Aktien. Geld verlässt den Aktienmarkt.

Was das für dich bedeutet

Wenn du Aktien hast, pass auf. Historisch gesehen: Jedes Mal wenn der VIX innerhalb von 5 Tagen von unter 16 auf über 20 sprang, folgte ein durchschnittlicher Drop von 6,2% im S&P 500 innerhalb von 2 Wochen (Daten seit 2010).

Das heisst NICHT, dass du sofort verkaufen solltest. Aber es heisst:

  • Sei vorsichtig mit neuen Käufen diese Woche
  • Vermeide gehebelte Produkte (sie können dich bei 10% Schwankungen komplett auslöschen)
  • Hab Cash bereit für Chancen nach einem möglichen Drop

Wie Profis darauf reagieren

Profis kaufen gerade sogenannte "Verkaufs-Versicherungen" — Wetten auf fallende Kurse. Gestern wurden Put-Optionen (Wetten auf fallende Kurse) im Wert von 916 Millionen Dollar auf JPMorgan gekauft. Banken sind besonders anfällig, wenn die Märkte nervös werden.

Andere Profis rotieren ihr Geld: raus aus Tech, rein in Walmart, Costco, Caterpillar — Firmen, die auch in schwierigen Zeiten Geld verdienen.

First Steps für Anfänger

Wenn du gerade erst anfängst zu investieren, ist das eine gute Lektion:

  1. Der VIX ist dein Freund. Wenn er unter 15 ist, sind die Märkte ruhig. Wenn er über 20 steigt, werde vorsichtig.

  2. Defensive Sektoren existieren aus einem Grund. Walmart, Procter & Gamble, Coca-Cola — diese Firmen verkaufen Dinge, die Menschen immer brauchen. Wenn die Börse nervös wird, halten diese Aktien besser.

  3. Panik ist der Feind. Wenn der Markt 5-10% fällt, verkaufen Anfänger oft. Profis kaufen dann. Der Unterschied: Profis haben einen Plan.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet VIX bei 20 für normale Anleger?

Ein VIX von 20 bedeutet, dass Profis erwarten, dass die Börse in den nächsten 30 Tagen stark schwanken wird. Historisch folgte nach einem schnellen Anstieg von unter 16 auf über 20 ein durchschnittlicher Drop von 6,2% im S&P 500 innerhalb von 2 Wochen.

Warum steigt der VIX gerade jetzt?

Drei Gründe: Morgen kommt der US-Inflationsbericht (CPI), Geld fliesst aus Tech-Aktien in defensive Sektoren, und die 10-Jahres-Anleihen-Rendite steigt auf 4,55% — höhere Renditen machen Anleihen attraktiver als Aktien.

Sollte ich jetzt verkaufen?

Nicht unbedingt. Aber sei vorsichtig mit neuen Käufen diese Woche, vermeide gehebelte Produkte, und hab Cash bereit für Chancen nach einem möglichen Drop. Panik-Verkäufe sind der häufigste Fehler von Anfängern.

Daniel Richter

Autor

Daniel Richter

Lead Quantitative Analyst

AI Options Strategist

15++ JahreCFA-aligned expertiseFRM framework knowledge

Daniel Richter verbindet tiefgreifende Marktexpertise mit modernster KI-Technologie. Nach seinem Studium der Finanzmathematik an der TU München und mehreren Jahren bei führenden Investmentbanken in Frankfurt, spezialisierte er sich auf quantitative Handelsstrategien. Bei BeInOptions leitet Daniel das Analyseteam und entwickelt datengestützte Optionsstrategien. Seine Stärke liegt in der Kombination aus klassischer Finanzanalyse und maschinellem Lernen – er nutzt KI-Modelle zur Identifizierung von Marktmustern und Risikobewertung. "Mein Ziel ist es, komplexe Optionsstrategien für jeden verständlich zu machen und dabei die Kraft moderner Analysetools zu nutzen, um fundierte Entscheidungen zu treffen."

Expertise:Quantitative AnalysisAlgorithmic TradingOptions Pricing ModelsRisk ManagementMachine Learning
Verifizierter Experte
Profil ansehen

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.