Zurück zu News
markets11. Juni 20262 Min. Lesezeit

S&P 500 Warnung: Nur 60% der Aktien steigen wirklich

Nur 60% der S&P 500-Aktien liegen über ihrem 200-Tage-Durchschnitt — historisch sind es 73% bei Allzeithochs. Die restlichen 40% fallen bereits.

Thomas
Thomas·Krypto- & Aktien-Creator

Der S&P 500 klettert auf neue Rekordstände. Die Schlagzeilen feiern. Aber Profis sehen etwas, das normale Anleger übersehen: Die Basis bröckelt.

Die versteckte Schwäche

Nur 60% der S&P 500-Aktien handeln über ihrem 200-Tage-Durchschnitt. Das klingt nach einer Mehrheit — ist es aber nicht. Historisch liegen bei echten, gesunden Allzeithochs etwa 73% der Aktien im Aufwärtstrend. Die Differenz von 13 Prozentpunkten? Das sind 65 Aktien, die bereits fallen, während der Index noch steigt.

Das Problem: Nur sieben Tech-Riesen — die Magnificent Seven (Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, NVIDIA, Meta, Tesla) — tragen den Markt. Ihre Marktkapitalisierung ist so gigantisch, dass sie allein den S&P 500 nach oben ziehen können, während 40% aller anderen Unternehmen im Index unter Druck stehen.

Warum das wichtig ist

Marktexperten nennen dieses Phänomen schwache Marktbreite — auf Englisch market breadth. Je weniger Aktien an einer Rally teilnehmen, desto fragiler wird der Markt. Wenn eine der sieben großen Aktien stolpert, reißt sie den ganzen Index mit.

Genau das passierte letzte Woche: Der S&P 500 verlor 2,6% — die schlechteste Woche seit März. NVIDIA allein war für 18 der 45 Punkte Verlust verantwortlich. Eine Aktie. Ein Fünftel des gesamten Index-Rückgangs.

Was Profis jetzt beobachten

Die Angst-Messung der Börse — der VIX-Index — stieg auf 20 Punkte, nachdem er wochenlang unter 18 lag. Das ist kein Crash-Level, aber ein Warnsignal: Die Nervosität nimmt zu.

Zugleich steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed im Oktober die Zinsen erhöht, auf 63%. Höhere Zinsen machen Kredite teurer, bremsen Wachstum und belasten vor allem Tech-Aktien — genau die sieben, die gerade den Markt tragen.

Analysten warnen: Wenn die Magnificent Seven ins Wanken geraten, gibt es kaum andere Aktien, die den Markt stützen könnten. Das nennt man Konzentrationsrisiko.

Was das für Anfänger bedeutet

Wer einen S&P 500-ETF hält, sollte wissen: Man investiert derzeit zu einem großen Teil in nur sieben Unternehmen. Diversifikation — die Grundregel der Geldanlage — funktioniert hier nicht mehr so gut wie früher.

Profis empfehlen, auf die Breite zu achten: Wie viele Aktien steigen wirklich? Wenn die Antwort weniger als 70% ist, könnte der nächste Rückgang härter ausfallen als erwartet. Niemand weiß, wann genau — aber die Warnsignale sind da.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet nur 60% der Aktien über dem 200-Tage-Durchschnitt?

Der 200-Tage-Durchschnitt ist ein Langfrist-Indikator. Liegt eine Aktie darüber, gilt sie als im Aufwärtstrend. Nur 300 der 500 S&P-Aktien erfüllen das aktuell — 200 fallen bereits. Bei echten Rallys sind es normalerweise 365 Aktien.

Warum ist schwache Marktbreite gefährlich?

Wenn nur wenige große Aktien den Index tragen, reicht ein Problem bei einer davon, um den ganzen Markt zu kippen. Letzte Woche fiel der S&P 500 um 45 Punkte — 18 davon wegen NVIDIA allein. Das ist extrem fragil.

Was sind die Magnificent Seven?

Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon, NVIDIA, Meta und Tesla. Zusammen machen sie über 30% des S&P 500 aus. Wenn diese sieben Aktien steigen, steigt der Index — auch wenn 200 andere Aktien fallen.

Wichtige Options-Begriffe

Kurze Auffrischung der Begriffe, die in Options-Meldungen wie dieser immer wieder auftauchen.

Implizite Volatilität (IV)
Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Steigende IV verteuert Optionen, fallende IV verbilligt sie. IV-Guide
Die Greeks
Delta, Gamma, Theta und Vega messen, wie eine Option auf Kurs, Zeit und Volatilität reagiert. Greeks erklärt
Open Interest
Die Zahl der offenen Kontrakte. Hohes Open Interest an einem Strike markiert eine wichtige Preismarke. Optionskette lesen
Prämie
Der Preis einer Option. Verkäufer vereinnahmen sie, Käufer zahlen sie für das Recht zu handeln. Grundlagen
Ausübung & Zuteilung
Was am Verfallstag geschieht, wenn eine Option im Geld liegt und tatsächlich abgerechnet wird. Mehr dazu
Definiertes Risiko
Strategien wie Spreads, bei denen der maximale Verlust von Anfang an feststeht. Strategien

Optionshandel & News – kurz erklärt

Wie beeinflussen Nachrichten wie diese den Optionspreis?

Nachrichten wirken vor allem über die erwartete Schwankungsbreite: Steigt die Unsicherheit, steigt meist die implizite Volatilität und damit die Prämie – oft unabhängig von der Kursrichtung.

Muss ich auf eine Kursrichtung wetten, um zu profitieren?

Nein. Strategien mit definiertem Risiko wie der Iron Condor oder ein Covered Call setzen eher auf Volatilität und Zeitwert als auf eine exakte Richtung.

Ich bin Einsteiger – wo fange ich an?

Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Leitfaden und dem Glossar, bevor Sie reales Kapital einsetzen.

Thomas

Autor

Thomas

Krypto- & Aktien-Creator

Retail-Trader

Self-taught+ Jahre

Thomas, 26, ist Autodidakt. Seine Obsession mit Finanz-YouTube hat er in einen eigenen Kanal verwandelt – gesendet wird aus einem umgebauten Schlafzimmer-Studio: Ziegelwand, ein Mikro, ein Laptop. Kein Anzug, keine Institution, kein Signal-Dienst. Sein Prinzip ist eine einzige Sache: Er verfolgt, worüber die größten Krypto- und Aktien-Creator gerade sprechen – und postet innerhalb von Stunden die schärfere Zweitmeinung dazu. Nicht die Zusammenfassung, die es überall gibt, sondern der Teil, den alle anderen übersehen haben. Genau das ist auch sein Glaubwürdigkeitsmodell: der Ritter-Sitz mit kleinem Konto, der ehrlich sagt, wenn ihn etwas mal Geld gekostet hat.

Expertise:CryptoStocksRetail TradingMarket CommentaryTechnical Analysis
Verifizierter Experte
Profil ansehen

Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.