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markets25. Mai 20263 Min. Lesezeit

DAX klettert auf 24.888 — Put-Volumen explodiert trotz Rally

Während der DAX auf 24.888 steigt, kaufen Trader 40% mehr Puts als Calls — das höchste Absicherungsniveau seit drei Wochen. Optimismus trifft auf maximale Vorsicht.

Thomas Bergmann
Thomas Bergmann·Senior Market Analyst

Die Rally, der niemand traut

Um 10 Uhr deutscher Zeit steht der DAX bei 24.888 Punkten — ein Plus von 1,15% gegenüber dem Vortag. Europäische Märkte ziehen nach oben, getrieben von der Asien-Rally am Morgen (Nikkei +3,1%). Doch ein Blick auf die Eurex-Optionsdaten zeigt ein anderes Bild: Das Put/Call-Ratio liegt bei 1,40. Für jeden gekauften Call werden 1,4 Puts gehandelt. Das ist kein neutrales Marktumfeld — das ist institutionelle Absicherung auf breiter Front.

53.894 DAX-Optionskontrakte wurden am Vormittag gehandelt, die Open Interest liegt bei 805.829 Kontrakten. Diese Zahlen sind nicht außergewöhnlich hoch, aber die Verteilung ist es: Trader positionieren sich für einen möglichen Rücksetzer, selbst während die Kurse steigen. In den letzten drei Rallye-Tagen auf diesem Niveau lag das Put/Call-Ratio im Schnitt bei 1,1 — heute sind es 27% mehr Absicherung.

Warum die Vorsicht?

Drei Faktoren treiben die Put-Käufe:

  1. Gewinnmitnahme-Angst: Nach einem starken Anstieg Ende letzter Woche und der heutigen Fortsetzung sitzen viele Trader auf Gewinnen. Puts dienen als Versicherung, falls die Rally kippt.

  2. Technische Widerstandszone: Der DAX nähert sich der 25.000er-Marke — ein psychologisch wichtiger Level, an dem in der Vergangenheit oft Verkaufsdruck einsetzt.

  3. US-Märkte noch zu: Die S&P-Futures zeigen nur +0,2%. Europäische Trader wollen nicht ungeschützt sein, falls die US-Märkte heute Nachmittag schwächer öffnen und Europa nach unten ziehen.

Was die Optionspreise verraten

Die implizite Volatilität (IV) bei DAX-Puts mit Strike 24.000 (ca. 3,6% out-of-the-money) liegt aktuell bei 18,2% — das ist erhöht gegenüber dem 10-Tage-Durchschnitt von 16,8%. Calls mit gleichem Abstand zum aktuellen Kurs zeigen eine IV von 16,9%. Diese Spreizung — der sogenannte Skew — signalisiert höhere Nachfrage nach Absicherung gegen Downside-Risiken.

Konkret: Ein Put mit Strike 24.500 und Laufzeit bis Ende Juni kostet heute rund 420 Euro pro Kontrakt — 12% mehr als gestern bei gleichem Strike und Restlaufzeit. Das ist Angstprämie in Echtzeit.

Was Trader jetzt beobachten

25.000-Level: Schließt der DAX über 25.000, könnte das neue Käufer anziehen — oder massive Gewinnmitnahmen auslösen. Die nächsten zwei Handelstage entscheiden.

US-Inflation am Mittwoch: Der nächste CPI-Report aus den USA könnte die Zinsfantasie drehen. Trader wollen bis dahin abgesichert sein.

Open Interest bei 24.500/25.000: Hohe Konzentrationen bei diesen Strikes bedeuten, dass Market Maker ihre Delta-Hedges anpassen müssen, sobald der Kurs sich diesen Levels nähert — das kann die Volatilität verstärken.

Die Rally ist real. Aber die Optionsmärkte zeigen: Niemand will unvorbereitet erwischt werden, wenn sie endet.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet ein Put/Call-Ratio von 1,40?

Es bedeutet, dass für jeden gekauften Call 1,4 Puts gehandelt werden. Das signalisiert erhöhte Absicherung oder Skepsis gegenüber der aktuellen Rally. Bei neutraler Stimmung liegt das Ratio typischerweise zwischen 0,8 und 1,1.

Warum steigen Put-Preise trotz Rally?

Weil die Nachfrage nach Absicherung steigt. Wenn viele Trader Puts kaufen, steigt deren implizite Volatilität (IV) und damit der Preis — unabhängig von der Marktrichtung. Heute kostet ein 24.500er-Put 12% mehr als gestern.

Ist das Put/Call-Ratio ein Verkaufssignal?

Nicht direkt. Es zeigt, dass professionelle Trader sich absichern — oft ein Zeichen für Unsicherheit, nicht zwingend für einen kommenden Crash. Historisch folgte auf sehr hohe Ratios (>1,5) manchmal eine Korrektur, aber es kann auch wochenlang erhöht bleiben.

Welcher Strike ist jetzt wichtig?

Die 25.000er-Marke. Dort sammelt sich hohe Open Interest bei Calls und Puts. Überschreitet der DAX dieses Level nachhaltig, müssen Market Maker umhedgen — das kann Momentum in beide Richtungen verstärken.

Thomas Bergmann

Autor

Thomas Bergmann

Senior Market Analyst

Derivatives Specialist

8++ JahreCAIA-aligned knowledge

Thomas Bergmann ist ein erfahrener Marktanalyst mit einem ausgeprägten Gespür für Markttrends und Derivatestrukturen. Nach seinem BWL-Studium mit Schwerpunkt Finance an der Universität Mannheim sammelte er wertvolle Erfahrungen bei renommierten Brokern und Finanzdienstleistern. Seine Expertise umfasst die technische Analyse, Options Greeks und die Entwicklung von Handelsstrategien für verschiedene Marktbedingungen. Thomas nutzt fortschrittliche KI-gestützte Tools zur Marktanalyse und Mustererkennung. Bei BeInOptions ist er verantwortlich für Marktkommentare, Strategieanalysen und Bildungsinhalte. Seine Artikel zeichnen sich durch ihre Praxisnähe und Verständlichkeit aus. "Ich glaube an transparente Finanzbildung. Jeder sollte die Werkzeuge verstehen, die er nutzt – sei es eine einfache Call-Option oder eine komplexe Spread-Strategie."

Expertise:Technical AnalysisOptions GreeksMarket CommentaryTrading StrategiesDerivatives
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Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Performance ist kein Indikator für zukünftige Ergebnisse.