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markets5. Juni 20262 Min. Lesezeit

Bonds vs Stocks: Warum steigende Zinsen die Börse treffen

Zum ersten Mal seit 2022 lohnen sich 10-Jahres-Anleihen wieder so sehr wie Aktien. Das ändert alles für Investoren.

Sofia
Sofia·Krypto- & Makro-Analystin

Warum plötzlich alle von Anleihen reden

Bis vor kurzem war die Sache einfach: wenn die Zinsen niedrig sind, sparst du in Aktien, weil Bankkonten dir kaum etwas bringen. Aber etwas hat sich in den letzten Wochen verschoben. Die Rendite auf 10-Jahres-Anleihen ist auf 3,5% geklettert — das ist das höchste Niveau seit Jahren.

Was ist eine Anleihe? Ganz einfach: du leihst dem Staat oder einer Firma Geld für 10 Jahre, und die zahlen dir jedes Jahr 3,5% Zinsen. Sicher. Kein Risiko.

Das Dilemma des Anlegers

Früher war das kein Problem. Bei 0,1% Zinsen auf Anleihen war die Wahl klar: Aktien sind interessanter, weil du dort 10%, 20%, manchmal 50% verdienen kannst. Aber jetzt? Jetzt kannst du 3,5% GARANTIERT ohne Risiko verdienen.

Wer würde dann noch Geld in Aktien stecken, die auch 20% FALLEN können?

Genau diesen Gedanken hatten letzte Woche Millionen von Investoren gleichzeitig. Und das führt dazu, dass Geld aus dem Aktienmarkt abfließt — in Richtung Anleihen.

Was das für dich bedeutet

Wenn du 10.000€ auf deinem Sparkonto hast und die Zinsen steigen, interessieren sich mehr Menschen für sichere Anleihen statt riskante Aktien. Das bedeutet: weniger Nachfrage nach Aktien = fallende Aktienkurse.

Die Geschichte ist alt: in diesem Jahrhundert gab es drei Krisen, bei denen steigende Zinsen die Aktienmärkte zum Absturz brachten. 2018 zum Beispiel: S&P 500 fiel 20%. 2022: DAX fiel 28%. Beide Male: Anleihen wurden attraktiver.

Wie Profis darauf reagieren

Hedgefonds und große Investoren wissen das schon lange. Wenn Anleihe-Renditen schnell steigen, reduzieren sie ihre Aktien-Positionen und sichern sich ab. Sie wetten darauf, dass Aktienkurse fallen, bis wieder Gleichgewicht herrscht — entweder weil Aktien günstiger werden ODER weil die Anleihe-Zinsen wieder sinken.

First Steps für Anfänger

Wenn du gerade anfängst zu investieren, solltest du wissen: es gibt Zeiten, in denen Anleihen besser sind als Aktien. Und Zeiten, in denen es andersherum ist. Die große Strategie von erfahrenen Anlegern ist nicht "nur Aktien" oder "nur Anleihen", sondern beide mischen — je nachdem, in welcher Phase des Zyklus wir sind.

Manche nennen das "Diversifikation". Es bedeutet: du verlierst nicht alles, wenn eine Assetklasse fällt.

Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Vergangene Wertentwicklungen sind kein Indikator für künftige Ergebnisse.

Quellen

BeInOptions Research

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Anleihe und wie verdiene ich damit Geld?

Eine Anleihe ist ein Darlehen, das du an einen Staat oder ein Unternehmen vergibst. Dafür erhältst du Zinsen — z.B. 3,5% pro Jahr. Wenn du €10.000 in eine 3,5%-Anleihe investierst, bekommst du jedes Jahr €350 Zinsen, plus die €10.000 am Ende zurück.

Warum drücken steigende Anleihe-Renditen die Aktienkurse?

Wenn Anleihen plötzlich 3,5% sicher bringen, sind Aktien weniger attraktiv. Investoren wechseln von Aktien zu Anleihen. Weniger Geld für Aktien = niedrigere Kurse. Das ist reine Angebots- und Nachfragekurve.

Wann sollte ich in Anleihen statt Aktien investieren?

Das ist die Millionen-Euro-Frage. Grobe Faustregel: wenn Anleihen über 4% Rendite bieten UND die Wirtschaft zu bremsen beginnt, werden Anleihen interessanter. Aber die genaue Zeit zu treffen ist unmöglich — deshalb investieren Profis in BEIDE.

Wichtige Options-Begriffe

Kurze Auffrischung der Begriffe, die in Options-Meldungen wie dieser immer wieder auftauchen.

Implizite Volatilität (IV)
Die vom Markt erwartete Schwankungsbreite. Steigende IV verteuert Optionen, fallende IV verbilligt sie. IV-Guide
Die Greeks
Delta, Gamma, Theta und Vega messen, wie eine Option auf Kurs, Zeit und Volatilität reagiert. Greeks erklärt
Open Interest
Die Zahl der offenen Kontrakte. Hohes Open Interest an einem Strike markiert eine wichtige Preismarke. Optionskette lesen
Prämie
Der Preis einer Option. Verkäufer vereinnahmen sie, Käufer zahlen sie für das Recht zu handeln. Grundlagen
Ausübung & Zuteilung
Was am Verfallstag geschieht, wenn eine Option im Geld liegt und tatsächlich abgerechnet wird. Mehr dazu
Definiertes Risiko
Strategien wie Spreads, bei denen der maximale Verlust von Anfang an feststeht. Strategien

Optionshandel & News – kurz erklärt

Wie beeinflussen Nachrichten wie diese den Optionspreis?

Nachrichten wirken vor allem über die erwartete Schwankungsbreite: Steigt die Unsicherheit, steigt meist die implizite Volatilität und damit die Prämie – oft unabhängig von der Kursrichtung.

Muss ich auf eine Kursrichtung wetten, um zu profitieren?

Nein. Strategien mit definiertem Risiko wie der Iron Condor oder ein Covered Call setzen eher auf Volatilität und Zeitwert als auf eine exakte Richtung.

Ich bin Einsteiger – wo fange ich an?

Beginnen Sie mit unserem Anfänger-Leitfaden und dem Glossar, bevor Sie reales Kapital einsetzen.

Sofia

Autor

Sofia

Krypto- & Makro-Analystin

Krypto & Makro

Ex-tech analyst+ Jahre

Sofia, 25, ist in Berlin zu Hause und hat Ende 2024 die Tech-Welt verlassen, um eine Content-Marke aufzubauen, die erklärt, was in Krypto und Makro wirklich passiert. Ihr Ansatz ist bewusst kein Nachrichten-Ticker: Sie ist die kluge Freundin beim Brunch, die gerade etwas Interessantes verstanden hat und es dir sofort erzählen muss – nicht die Analystin, die eine Reuters-Schlagzeile vorliest. Wenn ein Text nach Bloomberg-Anchor klingt, schreibt sie ihn neu. Bei BeInOptions bringt Sofia diese Perspektive in Krypto-, Makro- und Marktthemen ein: verständlich, ehrlich und ohne den Jargon, an dem die meisten hängenbleiben.

Expertise:CryptoMacroDeFiStablecoinsMarket Narratives
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